Latte Macchiato on Cappuccino gehören zu den beliebtesten Kaffeespezialitäten, die ihren Weg aus den italienischen Kaffeehäusern auch an deutsche Kaffeevollautomaten und in die Cafés gefunden haben.
Doch wo liegen eigentlich die Unterschiede zwischen dem Latte Macchiato und dem Cappuccino, wenn die Zutaten auf den ersten Blick so ähnlich sind...?

Die wichtigsten Unterschiede in Kürze

  • Latte Macchiato wird klassisch im Glas serviert, der Cappuccino in der (kleineren) Tasse
  • Ein Cappuccino hat die für Milchkaffee typische Färbung, Latte Macchiato hingegen wird geschichtet
  • Ein Cappuccino hat einen deutlich höheren Kaffeeanteil als der Latte Macchiato

Inhaltsverzeichnis

  • So werden Latte Macchiato und Cappuccino serviert
  • Das steckt in den Kaffeespezialitäten
  • Die italienische Herkunft beider Kaffeevariationen
  • Unterschiede zwischen Cappuccino und Latte Macchiato gibt es - auch geschmacklich

So werden Latte Macchiato und Cappuccino serviert

Den wichtigsten Unterschied seht Ihr bereits auf den ersten Blick: Den Latte Macchiato gibt es im Glas und den Cappuccino in der Tasse.
Warum das so ist, hängt vor allem mit Volumen und Zubereitung zusammen, denn der Latte Macchiato ist eher eine Milch mit Schaum und Kaffee, wohingegen Ihr den Cappuccino eher als Kaffee mit Milch und Schaum beschreiben würdet. Viel Milch braucht auch mehr Platz, zudem wird der Latte Macchiato aber auch geschichtet. Wie der Sirup bei einem Tequila Sunrise setzt der Espresso sich unten ab und ein hübscher Übergang zeichnet die Farben von Kaffeebraun nach Milchweiß in Eurem Glas nach. Damit Ihr den Latte Macchiato auch optisch genießen könnt, macht das Glas also Sinn.
Gleichermaßen solltet Ihr Cappuccino aus der Tasse trinken, da Kaffee und Milch sich hier ohnehin verbinden. Weniger Volumen bedeutet auch, dass der Cappuccino schneller auskühlt. Auch das spricht für eine kleinere Tasse aus Keramik, die ihre Temperatur länger behält.

Das steckt in den Kaffeespezialitäten

Natürlich gibt es auch inhaltliche Differenzen, die sich aber vor allem in der Zubereitung zeigen. Denn aus Espresso, Milch und Milchschaum bestehen beide Getränke, auch eine Zubereitung mit Kaffee aus der Mocca-Kanne ist möglich. Nur ist der Kaffee aus der Kanne vom Herd nicht so stark wie Espresso, für den italienischen Kaffeeklassiker fehlt in den Kannen schlichtweg der nötige Druck.


Beim Cappuccino wird zunächst der Kaffee in die Tasse gefüllt und diese dann mit der geschäumten Milch aufgefüllt. Wenn Ihr (oder der/die Barista im Café Eures Vertrauens) das gut beherrscht, könnt Ihr aus dem Handgelenk Muster in die Milchschaumkrone zaubern. Das Mischverhältnis beim Cappuccino variiert je nach Vorliebe zwischen 1:1:1 bis 1:2:2 (Kaffee:Milch:Milchschaum), wobei rund 50ml Espresso in den Cappuccino gehören. Ein doppelter Espresso kann Euren Cappuccino also sehr leicht zum echten Muntermacher aufwerten.


In Italien kommt übrigens gar keine Milch in den Cappuccino, sondern ausschließlich Milchschaum, aber das lässt sich im heimischen Kaffee oft nicht so einfach zubereiten.
Beim Latte Macchiato liegt dieses Verhältnis bei etwa 1:5:2, die Milch oder der Milchersatz erhalten hier also deutlich mehr Gewicht. Das spiegelt sich übrigens nicht nur in Geschmack und Aussehen wider, sondern auch im Kaloriengehalt.
Ein typischer Latte Macchiato enthält rund drei Mal so viele Kalorien wie ein gewöhnlicher Cappuccino.


Dafür hat der Latte Macchiato noch ein Geschmacksass im Ärmel, er lässt sich nämlich bestens mit Sirups mischen, um beispielsweise einen nussigen, vanilligen oder schokoladigen Ton anzunehmen. Das Fett in der Milch bindet den Sirupgeschmack blendend, was der Kaffeespezialität aber nochmals einige Kalorien spendiert.

 Die italienische Herkunft beider Kaffeevariationen

Wenn Ihr gerne Latte Macchiato trinkt, dann müsst Ihr jetzt stark sein. Eigentlich war diese Kaffeezubereitung nämlich nie für Erwachsene gedacht. Die italienische Kaffeekultur hat die warme, aufgeschäumte, fleckige Milch (genau das bedeutet Latte Macchiato) mit dem Schuss Espresso für Kinder erfunden.


Die konnten so einen Kaffee mit den Eltern trinken, ohne zu viel Koffein zu sich zu nehmen. In Mittel- und Nordeuropa ist es eher unüblich, Kindern Kaffee zu servieren, verboten ist es aber nicht. Daher hat sich der Latte Macchiato hierzulande auch eher als vollmundiger und deftiger Kaffeegenuss durchgesetzt, der aufgrund des hohen Milchgehaltes schon fast als Pausensnack durchgeht. Die Milch sorgt außerdem dafür, dass das Koffein nur langsam in den Körper übergeht, ideal also, um auf Arbeit noch einige Stündchen durchzuhalten.
Letzteres gilt natürlich auch für den Cappuccino und ist der Grund, warum in Italien kein Cappuccino mehr nach 12 Uhr mittags getrunken wird. Die langsame Koffeinabgabe könnte dann den Schlaf stören, entsprechend trinkt man in Italien am Nachmittag eher Espresso. Das liefert zwar einen rapiden Koffeinkick, der ist aber auch schnell wieder vorüber.


Über die Unterschiede zwischen deutschem und italienischem Cappuccino haben wir weiter oben schon geschrieben, beim Latte Macchiato ist vor allem die Servierweise eine andere. Das Mischen des Kaffees ist hierzulande oft das erste, was Kaffeetrinker*innen tun, in Italien ist auch das eher unüblich. Stattdessen wird der Latte Macchiato mit dem Strohhalm geschlürft. Das funktioniert mit Edelstahl- oder Glasstrohhalmen übrigens blendend und ist unbedenklicher als erwärmtes Plastik.

Unterschiede zwischen Cappuccino und Latte Macchiato gibt es - auch geschmacklich

Der Kaffeevollautomat bereitet beide Spezialitäten auf Knopfdruck zu und ist auch beim Behältnis nicht wählerisch. Auch im Stammcafé erfolgt die Zubereitung der Kaffeespezialitäten oft ungesehen und gerade deswegen ist es spannend, die Unterschiede zwischen Latte Macchiato und Cappuccino einmal genauer zu beleuchten.


Was Ihr als Kaffeeliebhaber*innen aber unbedingt tun solltet, ist ausprobieren. Denn nur, wenn Ihr ein wenig experimentiert, findet Ihr den Kaffee, der am besten zu Eurem Geschmack passt.