Kaffee wird auch als das schwarze Gold bezeichnet. Zurecht, denn er zählt zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. Ein Morgen ohne eine frisch gebrühte und heiße Tasse Kaffee ist für euch unvorstellbar? Kein Wunder. Die dunkle Bohne macht wach und spendet wertvolle Energie für den Tag. Doch wie funktioniert das Ganze und wie viel Koffein ist in einer typischen Tasse enthalten? Wolltet ihr schon immer wissen, wie hoch der Koffeingehalt von Espresso und Co. ist oder wie viel von dem Wachmacher gesund ist? Gibt es eigentlich Kaffee mit wenig Koffein und wovon hängt dessen Wirkstoffkonzentration ab?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Tasse Kaffee enthält etwa 60 bis 100 Milligramm Koffein
  • Die bekanntesten Kaffeebohnen sind die Sorten Arabica und Robusta. Erstere verfügen über weniger Koffein als ihr Pendant.
  • Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, dass moderater Kaffeekonsum von bis zu 4 Tassen täglich unschädlich ist und überdies positive Effekte auf die Gesundheit haben kann

    Inhaltsverzeichnis

    • Einleitung
    • Was ist Koffein?
    • Wie wirkt Koffein im Körper?
    • Wie lange hält die Wirkung Koffein?
    • Wie viel Koffein ist in einer Tasse Kaffee enthalten?
    • Gibt es Kaffee mit wenig Koffein?
    • Der Koffeingehalt von Kaffee im Vergleich
    • Wie viel Kaffee, Espresso und Co. ist akzeptabel?
    • Die schützenden Eigenschaften von Kaffee

    Was ist Koffein?

    Aus der Sicht der Chemie betrachtet, zählt Koffein zu den Alkaloiden. Das sind in der Natur natürlich vorkommende Stoffe, die Pflanzen vor ihren Fressfeinden schützen. Exemplarisch hierbei sind Nikotin und Kokain zu nennen, welche ebenfalls unter die Alkaloide klassifiziert werden. Die Kaffeepflanze nutzt Koffein als biologisches Insektizid. Sie betäubt oder tötet Schädlinge.

    Koffein befindet sich, ihr ahnt es schon, unter anderem in der Kaffeebohne, aber auch in Teeblättern oder der Kakaobohne. Hieraus kann es isoliert werden. Bei der Kaffeebohne geschieht dies, indem die Bohne geröstet wird. Dabei löst sich das Koffein von seinem Bindungsrezeptor, der Chlorogensäure.

    Ihr kennt Koffein insbesondere als pharmakologisch aktive Substanz. Damit ist die wach machende und konzentrationssteigernde Wirkung von einer Tasse Kaffee gemeint. Habt ihr euch schon einmal gefragt, warum das so ist?

    Wie wirkt Koffein im Körper?

    Ihr kennt es. Waren die Augen nach dem Aufstehen noch halb geschlossen und euer Körper im Tiefschlaf, geht es euch nach dem ersten Schluck aus der morgendlichen Tasse um ein Vielfaches besser. Die Ursache liegt in der überaus schnellen Aufnahmegeschwindigkeit des Koffeins im Magen-Darm-Trakt. Dies geschieht bereits nach maximal 45 Minuten.

    Koffein wirkt als Stimulans auf eure kognitiven Funktionen im Gehirn. Es lässt das Herz schneller schlagen, steigert die Konzentration und regt den Stoffwechsel an. Ursächlich für diese Effekte ist, dass Koffein die Adenosin-Rezeptoren besetzt. Ohne die Aufnahme des Stimulans würde Adenosin die Synthese von sogenannten Neurotransmittern wie Dopamin und Noradrenalin unterbinden. Diese Stoffe bewirken hauptsächlich die Senkung des Blutdrucks. Da jedoch Koffein an den Rezeptoren andockt und sich das Ausmaß der Transmitter im Blut erhöht, passiert das Gegenteil. Der Blutdruck steigt, ihr werdet wach und reagiert schneller auf äußere Reize.

    Der beschriebene Prozess ist im Übrigen der Grund, dass viele Menschen von Schlafproblemen berichten, wenn sie am Abend Kaffee konsumieren.

    Wie lange hält die Wirkung von Koffein?

    Die Wirkungsdauer wird maßgeblich von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt. Die wichtigsten sind die Menge der Aufnahme, euer Körpergewicht, ob ihr regelmäßig Koffein zu euch nehmt und ob ihr Raucher oder Nichtraucher seid.

    Grundsätzlich gilt, dass die Halbwertszeit 3,5 bis 5 Stunden beträgt. Starke Raucher bauen das Koffein schneller ab, da das Konsumieren von Tabakzigaretten die Aktivität des sich in der Leber befindlichen Cytochrom P450 anregt. Je nach Trinkgewohnheiten und körperlicher Konstitution beträgt die Abbaugeschwindigkeit für alle übrigen Personen 4 bis 5 Stunden. Das bedeutet, nach 3,5 bis 5 Stunden hat euer Körper die Hälfte des aufgenommenen Koffeins über den Urin ausgeschieden.

    Wie viel Koffein ist in einer Tasse Kaffee enthalten?

    Der Koffeingehalt eurer morgendlichen Tasse Kaffee hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Schon alleine die Auswahl der Kaffeebohne hat einen bedeutenden Einfluss. Die gebräuchlichsten sind die Arabica- sowie die Robusta Kaffeebohnen. Ihre Bezeichnung geht auf die Herkunft vom jeweiligen Kaffeebaum zurück. Doch selbst innerhalb der beiden Arten variiert der Koffeingehalt je nach Sorte stark:

    • Arabica Bohnen verfügen über einen Koffeingehalt von 0,8 bis 1,4 Prozent
    • Robusta Bohnen weisen 1,7 Prozent bis 4 Prozent Koffein auf

     

    Etwa 3/4 des weltweiten Kaffeekonsums beruht auf der Arabica Bohne. Die Robusta wird vornehmlich in Espresso-Mischungen verwendet oder in günstigen Instantkaffeepulvern.

    Des Weiteren hängt die Konzentration von Koffein in euren beliebten Heißgetränken von folgenden Einflüssen ab:

    • mit welcher Temperatur die Röstung durchgeführt wurde
    • wie hoch der Mahlgrad war
    • der Länge der Extraktionszeit
    • der Wassertemperatur während der Extraktionszeit
    • der Art der Zubereitung (Filterkaffee, Vollautomat)
    • der Tassengröße

    Demnach befindet sich in einer typischen Tasse Kaffee etwa 60 bis 100 Milligramm Koffein.

    Gibt es Kaffee mit wenig Koffein?

    Viele von euch bewegt die Frage, ob auch Kaffee mit wenig Koffein am Markt erhältlich ist. Vielleicht habt ihr schon aufgrund von übermäßigen Konsum Erfahrungen mit körperlicher Unruhe oder Schlafstörungen gemacht. Die gute Nachricht lautet: Ja, es gibt solche Versionen des beliebten Heißgetränks.

    Einige Arabica Bohnen enthalten lediglich 0,6 Prozent Koffein. Das ist die unterste mögliche Spanne. Kauft ihr euch solche Bohnen, seid ihr in der Lage Kaffee mit wenig Koffein zuzubereiten. Die Hersteller bewerben sie meist mit Slogans wie "koffeinarm" oder"schokoladig".

    Übrigens ist selbst entkoffeinierter Kaffee nicht gänzlich frei von dem Wachmacher. Hier sind in einer Tasse um die 2 Milligramm Koffein zu finden.

    Koffeingehalt von Kaffee im Vergleich

    Überraschenderweise hat ein Espresso zuweilen weniger absoluten Koffeingehalt als andere Arten der Zubereitung. Warum das so ist, erfahrt ihr jetzt.

    Ausgangspunkt ist die klassische Tasse Filterkaffe mit einem Volumen von 150 Millilitern. Diese beinhaltet 82,5 Milligramm Koffein pro Portionsgröße.

    Koffeingehalt von Getränken:

    • Instantkaffee (150 ml) weist nur 58,5 Milligramm Koffein auf
    • entkoffeinierter Kaffee in derselben Portiosgröße 2 bis 3 mg
    • Espresso (25 ml) lediglich 33,25 mg
    • Schwarzer Tee bringt es auf 20 mg Koffein pro 150 ml
    • Grüner Tee rangiert mit 19 mg knapp dahinter
    • 1 Liter Cola enthält 100 mg Koffein
    • 1 kleine Flasche (330 ml) der beliebten Fritz-Kola spendet euch 82,5 mg Koffein

    Die Ursache für den vergleichsweise geringen Koffeingehalt von Espresso liegt in der Portionsgröße begründet. Üblicherweise wird ein Espresso in einer speziellen Tasse mit 25 Milliliter Volumen serviert. Demzufolge müsstet ihr fast drei Espresso trinken, um den Gehalt einer Tasse Kaffee zu erreichen.

    Der beste Parameter zum Einschätzen des Vorkommens von Koffein bleibt eure eigene Wahrnehmung. Empfindet ihr das Getränk als "stark", ist anzunehmen, dass auch viel Koffein darin verfügbar ist.

    Wie viel Kaffee, Espresso und Co. ist akzeptabel?

    Ihr kennt sicher den Spruch, die Dosis macht Gift. Dieser gilt auch hier. 10 Tassen Filterkaffee täglich sind sicher unvertretbar. Doch wie sieht es mit moderatem Konsum von 2 Tassen pro Tag aus?

    Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit plädiert für eine Obergrenze des täglichen Konsums von 400 Milligramm Koffein. Das bedeutet, dass bis zu 4 Tassen nach traditioneller Zubereitung unbedenklich sind. Eine weitere näherungsweise Berechnung ergibt sich, wenn ihr euer Körpergewicht mit dem Faktor 6 multipliziert. Wiegt ihr beispielsweise 80 Kilogramm, toleriert euer Körper 480 Milligramm Koffein. Das sind 5 bis 6 Tassen Filterkaffee mit einer Füllmenge von 150 Millilitern.

    Es versteht sich von selbst, dass ihr diese Menge nicht täglich ausreizen solltet. Sie dient ausschließlich als Richtwert nach aktuellen wissenschaftlichen Standards.

    Die schützenden Eigenschaften von Kaffee

    Moderater Kaffeekonsum gilt als gesund. Neben Koffein sind weitere gesundheitsfördernde Stoffe enthalten. Dazu zählt exemplarisch das Theophyllin. Dieser Stoff steigert die Leistungsfähigkeit des Herzens und übt positiven Einfluss auf die Bronchien aus.

    Zudem sind in der Kaffeebohne Antioxidantien wie Flavonoide zu finden. Sie bekämpfen unter anderem freie Radikale und befreien euren Körper von schädlichen Erregern. Hierdurch wird das Erkrankungsrisiko minimiert. Ein bekanntes Antioxidans ist Vitamin C.

    Ferner existieren Hinweise aus Studien, die darauf hindeuten, dass Kaffeetrinker seltener an Typ-2-Diabetes erkranken. Hintergrund ist die Beeinflussung des Blutzuckerspiegels und der Glukose-Toleranz durch das Heißgetränk. Das Risiko, an der benannten Krankheit zu leiden, sinkt um etwa 25 Prozent.

    Fazit

    Angesichts der hervorragenden Eigenschaften von Kaffee ist es kein Wunder, dass ihr auf ihn schwört. Neben der Steigerung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit fungiert er als Wachmacher und gibt Kraft für den anstrengenden Tag. Nachmittagstiefs werden wirksam bekämpft und darüber hinaus schmeckt frischer und qualitativer Kaffee unvergleichlich.

    Studien haben gezeigt, dass der Verzehr von 4 Tassen am Tag keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen hat. Vielmehr das Gegenteil ist der Fall. Moderater Kaffeekonsum wird mit zahlreichen positiven Eigenschaften assoziiert. Dazu zählt die Minimierung an Typ-2-Diabetes zu erkranken sowie die Bekämpfung freier Radikale.

    Da Koffein ein Naturprodukt ist, müsst ihr bei dessen ausgewogenem Verzehr keine Bedenken haben. Selbst Schokolade und Tee enthalten den Wachmacher.

    Lasst euch euren Kaffee schmecken!